Fjorde, die bis tief ins Landesinnere reichen. Bunte Holzhäuser am Wasser. Und im Winter Nordlichter, die den Himmel zum Leuchten bringen.
Etwa 5,5 Millionen Menschen leben hier, verteilt auf eine Fläche so groß wie Deutschland. Für dich als Onlinehändler ist Norwegen ein lohnender Markt. Rund 99 Prozent der Bevölkerung sind online, etwa 87 Prozent kaufen regelmäßig im Internet ein. Und: Knapp 85 Prozent der norwegischen Kunden bestellen auch bei ausländischen Shops.
Aber wer nach Norwegen versenden möchte, braucht mehr als eine Adresse und einen Paketschein. Norwegen ist kein EU-Land. Und das Adresssystem hat eigene Regeln.
So sind norwegische Adressen aufgebaut
Der Grundaufbau ist übersichtlich. Keine verschachtelten Zusätze, keine komplizierten Regeln.
Zeile 1: Empfängername
In der ersten Zeile steht der vollständige Name des Empfängers.
Bei Geschäftsadressen kommt der Firmenname nach oben. Der Ansprechpartner folgt darunter, eingeleitet durch „Attn:” oder „v/”.
Zeile 2: Straßenname und Hausnummer
Die zweite Zeile enthält den Straßennamen, gefolgt von der Hausnummer.
Typische Straßenbezeichnungen in Norwegen:
-gata / -gate = Straße, typisch für Stadtgebiete (z. B. Storgata)
-veien / -vegen = Weg, sowohl Durchgangsstraßen als auch Wohngebietswege (z. B. Slemdalsveien)
Hausnummern können einen Buchstabenzusatz haben, z. B. „15 A” oder „25 B”.
Der Buchstabe steht direkt hinter der Hausnummer, getrennt durch ein Leerzeichen.
Zeile 3: Postleitzahl und Ort
Norwegische Postleitzahlen bestehen aus vier Ziffern. Danach folgt der Ortsname.
Beispiele:
0161 Oslo
5003 Bergen
7010 Trondheim
Zeile 4: Land (bei internationalen Sendungen)
Empfohlene Schreibweisen:
NORWEGEN (Deutsch)
NORWAY (Englisch)
NORVÈGE (Französisch)
Am verbreitetsten ist die englische Bezeichnung „NORWAY”.
Adressbeispiele im Überblick
Private Adresse (mit Straßenadresse)
| Name | Per Hansen |
| Straße & Hausnummer | Storgata 15 A |
| PLZ + Ort | 0161 OSLO |
| Land | NORWAY |
Privatadresse (ländlicher Raum, ohne Straßenname)
In ländlichen Gebieten gibt es oft keine offiziellen Straßennamen. Stattdessen tritt ein lokaler Ortsname an die Stelle der Straßenangabe.
| Name | Per Hansen |
| Ortsname | Vikane |
| PLZ + Ort | 5637 ØLVE |
| Land | NORWAY |
Private Adresse (nur Postleitzahl und Ort)
In besonders abgelegenen Regionen reichen der Empfängername und die Postleitzahl mit Ort.
| Name | Per Hansen |
| PLZ + Ort | 9672 INGØY |
| Land | NORWAY |
Geschäftsadresse
| Firmenname | Company AS |
| Straße & Hausnummer | Storgata 15 |
| PLZ + Ort | 0161 OSLO |
| Land | NORWAY |
Postfachadresse
Bei Städten mit mehreren Postfachstellen muss der entsprechende Name hinter der Postfachnummer stehen. Gibt es nur eine Stelle reicht die Postfachnummer.
| Firmenname | Company AS |
| Postfach + Stelle | Postboks 55 Falkum |
| PLZ + Ort | 3705 SKIEN |
| Land | NORWAY |
(“Falkum” bezeichnet hier die Postfachstelle in Skien.)
Norwegische Postleitzahlen: Vier Ziffern mit System
Von Oslo bis Båtsfjord, von der Südküste bis hoch in die Arktis. Jede Ecke Norwegens lässt sich mit nur vier Ziffern finden. Aktuell sind rund 4.800 Postleitzahlen aktiv. Posten Norge verwaltet sie.
Das System ist geografisch aufgebaut: Je weiter nördlich, desto höher die Zahl. Oslo trägt die niedrigste PLZ mit 0001. Die höchste mit 9991 gehört Båtsfjord in Finnmark, nahe der russischen Grenze.
Die ersten beiden Ziffern geben die Region an:
00 – 12 = Oslo
13 – 39 = Südosten
40 – 56 = Südwesten (inkl. Bergen)
60 – 79 = Mitte (inkl. Trondheim)
80 – 99 = Norden (Nordland, Troms, Finnmark)
Die letzten beiden Ziffern bezeichnen den Ort oder Zustellbereich.
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Wenn Straßennamen fehlen: Adressen auf dem Land
In ländlichen Gebieten Norwegens gibt es häufig keine offiziellen Straßennamen. Stattdessen tritt ein lokaler Ortsname an die Stelle der Straße. Manchmal reichen sogar nur der Empfängername und die Postleitzahl mit Ort. In Norwegen ist das Alltag. Posten Norge stellt auch ohne Straßenangabe zu.
Viele Grundstücke tragen noch traditionelle Hofnamen („gårdsnavn”). Manche Norweger geben diesen Namen in der Bestellung mit an, auch wenn er postalisch nicht nötig wäre.
| Name | Finn Farmer |
| Hofname | Rustad gård |
| Straße und Hausnummer | Hadelandsveien 1977 |
| PLZ & Ort | 1488 HAKADAL |
| Land | NORWAY |
Für die Zustellung spielt der Hofname keine Rolle. Er ist kein offizieller Bestandteil der Postadresse.
Wie dein Paket nach Norwegen kommt
Abholstationen sind in Norwegen die meistgenutzte Zustellmethode. Auch Hauszustellung bleibt beliebt.
Wer von Deutschland aus nach Norwegen verschickt, nutzt seinen gewohnten Versanddienstleister. Die Zustellung vor Ort läuft dann über einen lokalen Partner:
- DHL kooperiert mit Posten Norge für die letzte Meile.
- DPD und UPS nutzen eigene Zustellnetze oder arbeiten mit lokalen Partnern zusammen.
Das Abhol-Netz ist dicht: Posten Norge betreibt über 1.400 Post-in-Shop-Stellen (meist in Supermärkten oder Kiosken) und rund 2.000 Paketautomaten. PostNord kommt auf etwa 4.000 eigene Paketautomaten. Ist ein Automat voll oder das Paket zu groß, leitet das System es automatisch an den nächsten Post-in-Shop um.
Seit 2023 steht auf Svalbard (Spitzbergen) übrigens der nördlichste Paketautomat der Welt. Nur rund 1.300 Kilometer vom Nordpol entfernt.
Zoll und Steuern beim Versand nach Norwegen
Norwegen ist kein EU-Mitglied. Bei Lieferungen aus der EU fällt daher eine Zollabwicklung an. Du brauchst eine Zollinhaltserklärung (CN23) und eine Rechnung für Zollzwecke in zweifacher Ausfertigung. Beide Dokumente müssen auf Englisch oder Norwegisch vorliegen.
Das VOEC-System: Über das norwegische VOEC-Schema (VAT on E-Commerce) registrierst du dich beim norwegischen Finanzamt. Dann erhebst du die 25 Prozent Mehrwertsteuer direkt im Checkout. Die Ware passiert den Zoll ohne zusätzliche Gebühren für deine Kunden.
Ab einem Umsatz von 50.000 NOK (ca. 4.500 €) innerhalb von 12 Monaten wird die Registrierung Pflicht. Sie gilt für Waren mit einem Einzelwert unter 3.000 NOK (ca. 270 €).
Für Waren über diesem Wert greift VOEC nicht. Sie durchlaufen die reguläre Zollabwicklung. Dein Kunde zahlt MwSt. und eventuelle Zölle dann bei der Einfuhr.
Für Svalbard und Jan Mayen gelten gesonderte Versandbedingungen. Wer bis in die Arktis liefert, sollte sich vorab über die Konditionen seines Versanddienstleisters informieren.
Dein nächster Schritt
Du willst nach Norwegen verkaufen oder tust es bereits? Dann geh' diese drei Punkte durch:
Adressen ohne Straßennamen erkennen. Kommt eine Bestellung nur mit Ortsnamen und Postleitzahl rein, ist das in ländlichen Gebieten Norwegens ganz normal. Dein Adressformular sollte das abfangen können.
VOEC-Registrierung prüfen. Ab 50.000 NOK Jahresumsatz in Norwegen wird die Registrierung Pflicht. Wer die Mehrwertsteuer direkt im Checkout erhebt, erspart seinen Kunden böse Überraschungen beim Zoll.
Versanddienstleister auf Norwegen-Abdeckung checken. Nicht jeder Paketdienst deckt Norwegen gleich gut ab. Prüfe, ob dein Dienstleister auf das Netz von Posten Norge oder PostNord zugreift und wie die letzte Meile läuft.
Wie Adressvalidierung über Ländergrenzen hinweg funktioniert, liest du in unserem Beitrag Internationale Adressprüfung kompakt erklärt.
Du verschickst auch in andere nordische Länder? Dann schau dir gern unsere Beiträge zum Versand nach Dänemark und zum Versand nach Schweden an.
endereco: Adressvalidierung für den internationalen Versand
Andere Länder, andere Adressformate. Unsere Adressvalidierung prüft Kundenadressen in Echtzeit, direkt bei der Eingabe im Checkout. Tippfehler, fehlende Postleitzahlen, falsche Ortsnamen: Die Korrektur passiert, bevor die Bestellung rausgeht. Für über 200 Länder weltweit.
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